Befeuert durch die „KI-Revolution“ stehen Unternehmensverantwortliche unter Zugzwang, ihr Unternehmen fit für die digitale Zukunft zu machen. Investoren, Kunden, Mitarbeitende, alle erwarten große Sprünge. Wie unsere aktuelle Studie unter mehr als 200 Unternehmen zeigt, rechnen 54 Prozent mit deutlich positiven EBIT-Effekten durch die weitere KI-Implementierung.
Zwei Drittel der Firmen haben ihr Digitalisierungsbudget zu 2026 erhöht, im Durchschnitt um 30 Prozent. Vom gesamten Digitalisierungsbudget entfällt mittlerweile bereits ein Drittel auf KI-Technologie und -Tools.
Enttäuschte Erwartungen vorprogrammiert
Ob sich Aktionismus und Aufwände auszahlen werden, ist in vielen Fällen jedoch fraglich. Das liegt nicht allein daran, dass das Topmanagement aktuell zu stark auf KI fokussiert ist, wie sieben von zehn Befragten in unserer Studie bemängeln – und auch nicht daran, dass die aggressiv beworbenen Anwendungen oft nicht halten, was Anbieter versprechen, wie von drei Viertel konstatiert.
Vielmehr zeigt sich bei nahezu allen Digitalisierungsinitiativen, dass sich die Spreu schnell vom Weizen trennt, wenn es um ganzheitliche Ansätze, saubere Systemintegration und die konsequente Ermittlung von Nutzen und Wertbeitrag geht.
Mehrheit im strategischen Blindflug unterwegs
Wie unsere aktuelle Analyse offenbart, verfügt nur jedes zweite Unternehmen über eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie, die konkrete und übergreifende Ziele abbildet. Die andere Hälfte hat entweder nur Teilstrategien, arbeitet nur mit bereichsweisen Zielen oder gar komplett ohne Strategie.
Die „Dunkelziffer“ dürfte jedoch noch bedeutend höher sein, da die Studie eine starke Diskrepanz in den Aussagen von Vorstandsmitgliedern im Vergleich zur operativen Führungsebene zeigt. So sagen 75 Prozent der befragten Vorstände, es gebe eine übergreifende, handfeste Strategie. Auf operativer Führungsebene (C-1) liegt dieser Anteil nur bei 30 Prozent. Wunsch und Wirklichkeit, Schein und Sein – es klafft auseinander.

