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Folge 38 : KI als iPhone-Moment im Controlling – Wie bleibt Unternehmenssteuerung entscheidungsfähig?

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CFOs zwischen Zyklus und Bruch – Wie bleibt Unternehmenssteuerung entscheidungsfähig?

CFOs leben nicht mehr im Zyklus – sondern im Bruch. Märkte entwickeln sich nicht mehr entlang stabiler Trends, sondern in Sprüngen, Wendepunkten und kurzfristigen Verschiebungen. Kostenstrukturen verändern sich schneller, externe Faktoren wirken unmittelbarer auf Ergebnis und Liquidität.

Damit stößt die klassische Steuerungslogik an ihre Grenzen: Planung, Monatsabschluss, Analyse – und dann der nächste Zyklus.

Wenn Realität schneller ist als der Steuerungszyklus

In vielen Unternehmen entsteht aktuell eine spürbare Diskrepanz: Während sich die Realität kontinuierlich verändert, arbeiten Steuerungsprozesse weiterhin in festen Takten. Wer in dieser Logik bleibt, reagiert häufig zu spät.

Im Podcast diskutieren wir genau diese Spannung – und die zentrale Frage, die sich daraus ergibt:
Wie bleibt ein Unternehmen entscheidungsfähig, wenn sich Rahmenbedingungen permanent verändern?

Dabei wird deutlich, warum sich die Erwartung an Finance verschiebt: weg vom perfekten Plan – hin zur Fähigkeit, Situationen schnell einzuordnen und Entscheidungen im richtigen Moment zu treffen.

KI als iPhone-Moment der Steuerung

Ein zentraler Teil des Gesprächs ist die Einordnung von Künstlicher Intelligenz. Es wird klar: KI ist nicht einfach ein weiteres Tool im Reporting – und auch nicht „besseres Excel“. Vielmehr ist sie ein Wendepunkt, vergleichbar mit einem „iPhone-Moment“: nicht mehr Funktionalität, sondern eine neue Art der Interaktion.

Unsere beiden Experten eruieren in dieser Folge,

– warum der eigentliche Bruch nicht in der Technologie liegt, sondern in einem neuen Arbeitsmodell zwischen Mensch und KI
– wie sich die Arbeit im Controlling von der Erstellung von Reports hin zur Navigation von Zusammenhängen verschiebt
– und warum Geschwindigkeit und Kontextverständnis entscheidend werden.

Konkrete Use Cases aus der Praxis

Der Podcast bleibt nicht auf der konzeptionellen Ebene, sondern geht bewusst in konkrete Anwendungsfälle. Anhand typischer Managementfragen wird diskutiert, wie sich Steuerung verändert:

– Warum liegt der EBIT unter Plan?
– Welche Treiber sind verantwortlich?
– Und welche Maßnahmen sind jetzt sinnvoll?

Was früher Stunden oder Tage gedauert hat, kann heute in Sekunden passieren:

– Daten werden automatisch zusammengeführt
– Abweichungen identifiziert
– Ursachen strukturiert eingeordnet
– und erste Handlungsoptionen abgeleitet

Damit verändert sich die Rolle von Reporting und Forecasting grundlegend. Ein zentraler Gedanke dabei: 
KI hilft nicht, die Zukunft vorherzusagen – sondern Entscheidungsräume sichtbar zu machen.

Ohne Fundament kein Effekt

So groß das Potenzial ist – es zeigt sich nur unter einer klaren Voraussetzung: KI wirkt nur dann, wenn die Grundlagen stimmen. Das bedeutet: Daten, Prozesse und Geschäftslogik müssen konsistent und integriert sein. Treibermodelle müssen belastbar sein. Ist das nicht der Fall, passiert etwas anderes: KI skaliert vor allem bestehende Schwächen.

Ist das Fundament jedoch sauber aufgebaut, kann KI als zusätzlicher Layer wirken – und die Steuerung deutlich beschleunigen und verbessern.

Der F.A.S.T.E.R.-Ansatz als Grundlage

Bei Horváth beschreiben wir diese Anforderungen mit dem F.A.S.T.E.R.-Ansatz. Er steht für eine moderne Steuerungslogik, die auf Geschwindigkeit, Integration und Anpassungsfähigkeit ausgelegt ist – und Unternehmen in die Lage versetzt, auch unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben.

Im Kern geht es darum, Steuerung so aufzusetzen, dass sie nicht nur stabil funktioniert, sondern dynamische Entwicklungen aktiv aufnehmen kann.

Mehr zum F.A.S.T.E.R.-Ansatz.

Fazit: Der Wandel ist kein Technologie-, sondern ein Steuerungsthema

Der Podcast macht deutlich: Die eigentliche Herausforderung ist nicht technologisch – sondern strukturell.
Unternehmen müssen lernen, in einer instabilen Realität handlungsfähig zu bleiben.

Künstliche Intelligenz kann dabei eine zentrale Rolle spielen – nicht als Selbstzweck, sondern als Enabler für bessere Entscheidungen.

Im Kern verschiebt sich der Fokus: weg vom Plan – hin zur Entscheidung.

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Unsere Experten: :

Dominik Klehr

Principal
Horváth

 

Dominik Klehr ist Principal bei Horváth im Bereich Controlling & Finance und verantwortet die Entwicklung KI gestützter Planungs- und Steuerungslösungen. Sein Fokus liegt auf der Frage, wie künstliche Intelligenz die Logik der Unternehmenssteuerung verändert – und wie CFO-Organisationen auch in volatilen, datengetriebenen Umfeldern entscheidungsfähig bleiben.

Er begleitet Unternehmen bei der Transformation von Planungs-, Forecasting- und Performance-Management-Ansätzen – von der Konzeption integrierter Steuerungsmodelle bis zur Implementierung moderner Planungsplattformen. Als Referent und Impulsgeber spricht er regelmäßig über den Einsatz von Predictive Analytics, GenAI und Agentic AI im Controlling und ordnet Chancen, Grenzen und organisatorische Voraussetzungen realistisch ein.

 

Pierre Thompson

AVP and GTM Lead CEMEA - DACH and EE
Pigment

 

Pierre Thompson ist AVP und Go‑to‑Market Lead CEMEA (DACH & EE) bei Pigment. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Aufbau und in der Skalierung von Go‑to‑Market‑Organisationen für führende Technologieunternehmen und kennt die Herausforderungen datengetriebener Steuerung aus der Praxis globaler Wachstumsunternehmen.

In seiner Karriere verantwortete er den Marktausbau und die Führung internationaler Vertriebsteams bei Tableau, Snowflake und Datadog, wo er jeweils zentrale Wachstumsphasen in der DACH‑Region mitgestaltete. Heute steuert er bei Pigment die GTM‑Strategie und das Wachstum im CEMEA‑Markt. Als Gesprächspartner bringt er eine klare Perspektive darauf ein, wie moderne Plattformen, Datenmodelle und Entscheidungslogiken in Finance‑ und Business‑Organisationen zusammenwirken müssen.

 

 

 

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