Horváth-Studie: Energiebranche: Unternehmen investieren gezielt in Energiewende

  • CxOs erwarten sinkende EBIT-Marge von 11,1 Prozent (2025: 13,2 Prozent)

  • Branche will neben Netze in KI und Speicherlösungen investieren

  • Personalwachstum weiter geplant - gegen den Trend

Der Krieg im Nahen Osten und sinkende Strompreise belasten in diesem Jahr die Erträge der Energiebranche. Statt jedoch mit Unsicherheit zu reagieren, antworten die Unternehmen einhellig mit Kostendisziplin und gezielter Investitionssteuerung. Damit wollen sie ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder stärken. Im Fokus stehen vor allem Investitionen in die digitale Transformation und in Speichertechnologien. Das sind Ergebnisse der Studie „Industry Insights 2026" von Horváth.

Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage will die Branche einerseits produktiver werden, aber auch gezielt investieren. Die digitale Transformation hat für die CxOs die höchste strategische Priorität – in Verbindung mit der ebenfalls relevanten Cybersicherheit. Rund acht von zehn Top-Entscheider Entscheider halten die Digitalisierung der Kerninfrastruktur sowie der Kundenschnittstellen für wichtige Hebel in den nächsten fünf Jahren. Dabei liegt der Schwerpunkt nicht mehr auf einzelnen KI-Anwendungen, sondern auf durchgängig digitalisierten End-to-End-Prozessen als Fundament der Transformation. 92 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass digitale Prozessexzellenz zum entscheidenden Hebel für die notwendigen Investitionen wird.

„Die Führungskräfte sind sich weitgehend einig darüber, dass effiziente Arbeitsabläufe bei Planung, Genehmigung und Netzanschluss kurz- und mittelfristig mehr Kapazität freisetzen als einzelne KI-Tools. Dennoch bleiben zentrale Herausforderungen bei der Skalierung im Unternehmen“, erklärt Horváth-Partner Matthias Deeg. Weiterhin ist das Fehlen einer soliden Datengrundlage und qualifizierter Mitarbeitender von den Unternehmen bislang als Bremsklötze wahrgenommen. 

Klares Bekenntnis zur Energiewende

Künftig wird die Fähigkeit, Angebot und Nachfrage nach Strom flexibel auszugleichen, für die Branche entscheidend sein. 96 Prozent der CxOs sind sicher, dass Systemflexibilität zum wichtigsten Wertschöpfungsfaktor wird. Das spiegelt sich in konkreten Investitionsentscheidungen wider: 92 Prozent der Unternehmen wollen ihre Marktposition stärken und in Batterietechnologien investieren. Bei der Wärmewende gehen 85 Prozent der CxOs davon aus, dass elektrische Heizsysteme den europäischen Markt dominieren werden.

Die Investitionsbereitschaft wirkt sich zudem auf das Personalwachstum aus. Die Energiebranche plant für 2026 ein Wachstum von 6,5 Prozent. „Investitionen in Netze, Batterien, Laststeuerung und digitale Optimierung sind der Schlüssel für eine stabile Stromversorgung. Die hohe Nachfrage nach Fachkräften ist zugleich ein deutliches Zeichen, dass der Demographische Wandel noch deutlich höher wirkt, als die erwarteten Effizienzsteigerung durch KI/Digitalisierung – das ist aber nicht mehr bei allen Unternehmen so“, ordnet Horváth-Partner Matthias Deeg ein.

 

Über die Studie

Für die Horváth-Studie „Industry Insights 2026“ wurde eine repräsentative Auswahl von Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern befragt. Die Stichprobe umfasst über 50 Befragte, mit denen persönliche Tiefeninterviews geführt wurden. Die Interviews fanden im Rahmen der internationalen und branchenübergreifenden Horváth-Studie „CxOs Priorities 2026“ statt, für die insgesamt mehr als 1.000 Unternehmensverantwortliche branchenübergreifend befragt wurden.