Studie : Horváth Chief Sustainability Officer-Studie 2026
Sustainability Leadership Perspectives: Relevanz sichern, Zukunft gestalten

Sustainability Leadership Perspectives: Relevanz sichern, Zukunft gestalten

Nachhaltigkeit bleibt für Unternehmen strategisch relevant, verliert jedoch im operativen Tagesgeschäft spürbar an Priorität. Ergebnisdruck, geopolitische Unsicherheiten sowie eine anhaltend volatile regulatorische Lage lenken den Fokus vieler Top‑Management‑Teams zunehmend auf kurzfristige Kosten‑ und Performancethemen. Dadurch geraten physische und transitorische Risiken sowie Resilienz- und Wettbewerbsvorteile durch Nachhaltigkeit zunehmend aus dem Blick. Denn langfristig wird Nachhaltigkeit nach wie vor als klarer Erfolgs‑ und Wettbewerbsfaktor verstanden. Unternehmen, die ESG gezielt im Kerngeschäft verankern, stärken ihre strategische Resilienz, erhöhen ihre Handlungsfähigkeit in einem volatilen Umfeld und sichern sich Vorteile im Wettbewerb um Kapital und Talente.
Die Horváth Chief Sustainability Officer (CSO)‑Studie 2026 zeigt: Zwar halten die meisten Unternehmen an ihrer gesetzten hohen Ambition grundsätzlich fest, doch rund zwei von fünf Unternehmen hinterfragen ihre Nachhaltigkeitsambitionen derzeit kritisch. Der in den vergangenen Jahren aufgebaute interne Buy‑in steht damit spürbar unter Druck. Ergänzend geht eine hohe Ambition der Unternehmen überwiegend nicht mit einer entsprechend hohen strategischen Einbindung in relevante Unternehmensentscheidungen einher. KI kann helfen, die Vielzahl an Nachhaltigkeitsdaten besser nutzbar zu machen und die Entscheidungsfindung zu verbessern.
Aus den Ergebnissen lassen sich klare Stoßrichtungen ableiten:
Nachhaltigkeit in zentrale Business-Entscheidungen bringen: Nachhaltigkeit muss bei strategischen Weichenstellungen – etwa M&A, Investments, Standort- oder Portfolioentscheidungen – mehr Gewicht bekommen.
Aktive Steuerung statt reiner Ambition: Erst eine konsequente, aktive Steuerung ermöglicht Zielerreichung, bessere Risikominimierung und Planbarkeit. Das heißt: ESG-Ziele müssen konsequent in Governance, Zielsysteme, Steuerungslogik und Steuerungsprozesse übersetzt werden, insbesondere in Planung & Forecast – im Reporting sind Nachhaltigkeitsthemen durch die zunehmenden Berichtspflichten bereits angekommen.
Business Case konsequent messbar machen: Ambition ohne belastbare Monetarisierung ist in der derzeitigen angespannten Konjunktur schwer priorisierbar. Unternehmen sollten den Wertbeitrag von Nachhaltigkeit deutlich stärker quantifizieren – über Umsatz- und Pricing-Effekte, optimierte Kapitalkosten oder Reduktion von Kosten und Risiken – und so Investitionsentscheidungen fundiert unterstützen.
Daten, Systeme und KI als Effizienzhebel nutzen: Ohne verlässliche Datenbasis bleiben Reporting, Steuerung und Business Case fragmentiert und können nicht für fundierte Entscheidungen zurate gezogen werden. KI wird dabei zunehmend zum Produktivitäts- und Qualitätshebel – Unternehmen sollten frühzeitig Optionen und konkrete Use Cases auswählen und skalieren.
Die Horváth CSO‑Studie 2026 basiert auf über 300 Interviews mit leitenden Nachhaltigkeitsverantwortlichen, die zwischen Januar und April 2026 durchgeführt wurden. Die teilnehmenden Unternehmen decken eine breite Bandbreite an Branchen, Unternehmensgrößen und europäischen Standorten (Schwerpunkt DACH-Region) ab und ermöglichen damit fundierte Einblicke in den aktuellen Stand des Nachhaltigkeitsmanagements.
