Studie

Value of Time

Nutzerbezogene Service-Potenziale durch autonomes Fahren

Autonomes Fahren wird die Automobilwelt von Grund auf verändern. Umfragen zufolge könnte sich bereits ein erheblicher Anteil von Endkunden vorstellen, ein Auto von einem IT-Unternehmen zu kaufen. Aber wie viel ist ein Autofahrer bereit, für den Konsum von Mehrwertdiensten in einem autonomen Fahrzeug zu zahlen? Dieser Frage haben sich die Managementberatung Horváth & Partners und das Fraunhofer IAO in der gemeinsamen Studie „The Value of Time – Nutzerbezogene Service-Potenziale durch autonomes Fahren“ angenommen.

Befragt wurden 1.500 Autofahrer in Deutschland, den USA (Kalifornien) und Japan zu möglichen Aktivitäten während des autonomen Fahrens und der damit verbundenen Zahlungsbereitschaft.

Das Ergebnis: Drei Viertel der befragten Autofahrer sind bereit für Mehrwertdienste zu zahlen. Für die sechs definierten Bedürfniskategorien Kommunikation, Produktivität, Grundbedürfnisse, Wohlfühlen, Information und Unterhaltung wurden durchschnittliche Zahlungsbereitschaften von jeweils zwischen 20 und 40 Euro pro Monat ermittelt. Daraus wird schon in wenigen Jahren ein bedeutsamer Markt entstehen: Allein für Deutschland prognostizieren die Studienautoren im nächsten Jahrzehnt ein jährliches Umsatzvolumen von mehreren Milliarden Euro für Mehrwertdienste während der Fahrt. In Japan und den USA ist die Zahlungsbereitschaft sogar noch größer.

Am größten ist die Bereitschaft, Geld für Angebote rund um Kommunikation und Produktivität zu investieren. Diese Services werden in allen drei untersuchten Ländern am stärksten nachgefragt, jedoch mit unterschiedlicher Ausprägung. Dementsprechend können Anbieter aus verschiedenen Bereichen signifikante Umsatzanteile gewinnen. Neben Automobilherstellern und Zulieferern gehören Hersteller technischer Endgeräte und digitale Serviceanbieter dazu. Für die Automobilbranche zeichnet sich dadurch eine zunehmende Konkurrenz durch branchenfremde Unternehmen ab.

Generell gilt: Je mehr Zeit eine Person im Auto verbringt, desto eher ist sie bereit, Mehrwertdienste kostenpflichtig zu nutzen. Vom Fahrzeugsegment ist die Zahlungsbereitschaft dagegen weitestgehend unabhängig – Kleinwagenfahrer sind ebenso interessiert wie Fahrer von Mittel- oder Oberklassewagen. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die Bereitschaft für Mehrwertdienste zu zahlen ab einem Alter von 35 Jahren deutlich abnimmt. Die tägliche Fahrtzeit spielt ebenfalls eine Rolle.

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