Professionalisierung des Banksektors

Reginas Engagement in Ruanda

Banking und Finance mal ganz anders! Eigentlich berät unsere Kollegin Regina seit sieben Jahren Unternehmen der Finanzbranche rund um Banksteuerung, Prozessmanagement, Planung und Controlling. Doch als sie die Anfrage bekam, in Ruanda als „Head of Program“ das Bankensystem weiterzuentwickeln, musste sie nicht lange überlegen.

Banken in Ruanda

Um der ländlichen Bevölkerung den Zugang zu Bankdienstleistungen zu ermöglichen, gründete die ruandische Regierung 2008 sog. SACCOS (Savings- und Credit Cooperatives) und damit insgesamt 416 kleine Banken. Dort können Bürger Spar- und Kreditprodukte beziehen. Ergänzt wird das Angebot an Finanzprodukten um finanzielle Bildung. In „Business Games“ lernen Interessierte auf interaktive und simulative Weise, Unternehmen zu gründen oder Banken erfolgreich zu führen. Jugendlichen wird spielerisch vermittelt, bereits kleinste Beiträge zu sparen und Familien lernen, wie sie in die Bildung und Zukunft ihrer Kinder investieren können. Und am Weltspartag werden die fleißigsten Sparer ausgezeichnet.

Ambitionierte Ziele und besondere Einblicke

Regina unterstützt dabei, die SACCOS zu professionalisieren und mit Software auszustatten. Bisher manuell geführte Kundenkarten und Jahresabschlüsse sollen überprüft sowie nach und nach digitalisiert werden. Zudem hinterfragt Regina Prozesse und arbeitet diese in gemeinsamen Workshops neu auf. Im Rahmen dieser Aktion sind mehr als 1.500 Seiten für Prozesshandbücher und zahlreiche Formulare entstanden, die die Front-, Middle- und Backoffice-Prozesse der SACCOs einheitlich festlegen.

Für Regina sind das ganz neue, aber auch sehr lehrreiche Erfahrungen. Sie ist insbesondere von der Flexibilität begeistert: In kürzester Zeit werden hochrangige Manager und Vertreter des Finanzministeriums an einen Tisch gebracht. Auch das sehr viel persönlichere Stakeholder Management beschleunigt und vereinfacht viele Absprachen. In interaktiven Workshops diskutieren die Teilnehmer intensiv, um dann lösungsorientierte Entscheidungen zu treffen. Regina bringt dafür ihre jahrelange Consulting-Erfahrung ein: Die Fähigkeit, den Gesamtüberblick zu behalten, alle Themen miteinander zu verknüpfen und insbesondere Ziele realistisch einzuschätzen.

Work-Life-Balance

Neben all der Arbeit darf auch der sportliche Ausgleich nicht zu kurz kommen. Beim "Friday Sports" sind in allen öffentlichen Unternehmen Ruandas zwei Stunden Arbeitszeit für gemeinsame Aktivitäten wie Volleyball und Fußball fest im Kalender reserviert.

Privat genießt Regina die atemberaubende Natur. Ihre Freizeit nutzt sie für Ausflüge in National Parks, Montainbiking oder Wanderungen auf den höchsten Berg Ruandas, den Karisimbi.

Reginas Resümee

„Ich bin sehr dankbar, dass Horváth mir die Gelegenheit gegeben hat, dieses Projekt annehmen zu können. In meinen bisherigen Projekten im Finance-Umfeld habe ich mir die Expertise für die Arbeit in Ruanda angeeignet. Auf der anderen Seite nehme ich hier sehr wertvolle fachliche, methodische und interkulturelle Impulse mit und freue mich darauf, diese nach meiner Rückkehr bei Horváth einzubringen.“