Dark Factory Initiative

Wie viel Ihrer Produktion könnte heute schon unbeaufsichtigt laufen?

Materialtransport in der Nachtschicht, Prüfstationen, Verpackungslinien: Unbeaufsichtigte Betriebszeiten existieren bereits heute in europäischen Werken. Wie weit sie sich ausweiten lassen, hängt jedoch weniger von den Robotern selbst ab als von Prozessstabilität, Stammdatenqualität und Produktdesign.

Können wir Sie bei Ihrer Transformation unterstützen?

Dark Factory

Warum gerade jetzt? : Drei von vier neuen Installationen entfallen auf Asien

Die weltweiten Installationen von Industrierobotern haben sich innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt. Günstigere Bildverarbeitungssysteme, leistungsfähigere Greifer und Modelle, die Auf-gaben erlernen statt lediglich fest programmierte Abläufe auszuführen, erschließen inzwischen Anwendungsfelder, die lange als schwer automatisierbar galten: Kommissionierung in der Intralo-gistik, visuelle Qualitätsprüfung, Verpackung oder Montage. Horváth unterstützt Industrieunternehmen dabei, die Anwendungsfelder zu identifizieren, in denen sich unbeaufsichtigter Betrieb zuerst wirtschaftlich lohnt, und die Voraussetzungen in Planung, Datenmanagement und Produktgestaltung dafür zu schaffen.

Was die Zahlen zeigen

Was die Zahlen zeigen

Asien hat sich bei Robotik und Automatisierung einen deutlichen Vorsprung erarbeitet. Die Technologie selbst wird zunehmend verfügbar und erschwinglich. Entscheidend ist inzwi-schen eine andere Frage: Sind Prozesse, Daten und Produkte so aufgestellt, dass sie auch ohne ständiges Eingreifen von Mitarbeitenden zuverlässig funktionieren?

2x

Wachstum der weltweiten Roboterinstallationen in zehn Jahren

Unsere Einordnung
An Robotern mangelt es heute nicht mehr. 
Die eigentliche Herausforderung liegt darin, 
sie produktiv einzusetzen und dauerhaft in bestehende Abläufe zu integrieren. 
In vielen Werken sind dafür weiterhin spezialisierte Engineering-Ressourcen der begrenzende Faktor.

74%

aller neuen Roboterinstallationen entfallen auf Asien

Was daraus folgt
Wer viele Systeme einführt, sammelt auch die meiste Erfahrung. Europäische Unternehmen können dieselbe Technologie kaufen wie ihre asiatischen Wettbewerber. Der Vorsprung entsteht jedoch durch die praktische Umsetzung und das Know-how, das dabei aufgebaut wird.

54%

der weltweiten Installationen entfallen allein auf China

Bedeutung für das Sourcing
Mit steigenden Stückzahlen prägen 
chinesische Anbieter zunehmend Standards, Schnittstellen und Lieferketten in der Automatisierung. Damit wird Robotik nicht 
nur zu einem Produktions-, sondern auch zu einem strategischen Beschaffungsthema.

+94%

erwartetes Wachstum der chinesischen Humanoiden-Produktion im Jahr 2026

Business Case Impact
Die Produktionskapazitäten wachsen derzeit schneller als die Nachfrage. Dadurch dürften die Kosten in den kommenden Jahren deutlich sinken. Unternehmen sollten daher ihre Investitionsentscheidungen nicht ausschließlich auf Basis heutiger Marktpreise treffen.

Der globale Wettbewerb

Der globale Wettbewerb

Horváth Research, n = 218 : Humanoide Robotik entwickelt sich weltweit rasant. Der Schwerpunkt liegt dabei klar in China und den USA.

Die von Horváth analysierten 218 Unternehmen im Bereich humanoider Robotik zeigen ein deutliches Bild: Mehr als die Hälfte der Anbieter hat ihren Hauptsitz in China, jedes fünfte Unternehmen in den USA. Auf Europa entfällt lediglich rund jedes zehnte Unternehmen.

Gleichzeitig befindet sich der Markt noch in einer frühen Entwicklungsphase. Drei Viertel der Unternehmen wurden erst seit 2020 gegründet, und die meisten finanzieren ihr Wachstum über Venture Capital. Viele Marktpositionen werden derzeit erst aufgebaut.

74 %
der Unternehmen wurden seit 2020 gegründet

Was das bedeutet

Viele Anbieter haben bislang keine längeren Konjunkturzyklen erlebt. Bei der Auswahl von Partnern zählen daher nicht nur technologische Fähigkeiten, sondern auch Stabilität und Skalierbarkeit

79 %
der Unternehmen sind Venture-Capital-finanziert

Worauf es ankommt

Die Entwicklungsgeschwindigkeit vieler Anbieter wird stark durch Finanzierungsrunden beeinflusst. Deshalb gewinnen Fragen nach langfristiger Produktstrategie, Datenhoheit und technischer Unabhängigkeit bei Investitionsentscheidungen an Bedeutung.

$ 15M
USD durchschnittliches Finanzierungsvolumen in Asien, 72 Mio. USD in Nordamerika

Unsere Einschätzung

Der Markt entwickelt sich derzeit entlang unterschiedlicher Modelle. Während in Asien viele Anbieter mit vergleichsweise geringeren Finanzierungsvolumina in den Markt eintreten, konzentriert sich Nordamerika stärker auf wenige, sehr kapitalstarke Unternehmen. Eine Marktbereinigung in den kommenden Jahren erscheint wahrscheinlich.

Unternehmen der humanoiden Robotik nach Hauptsitz

China

52 %

USA

20 %

Europa

11 %

Japan & Korea

8 %

Rest der Welt

9 %

Unsere Einordnung

Europa verfügt über eine starke industrielle Basis und eine hohe Automatisierungskompetenz, spielt bei humanoider Robotik als Anbieter jedoch bislang nur eine untergeordnete Rolle.

Für europäische Industrieunternehmen stellt sich daher die Frage, wie sie künftig Zugang zu den entstehenden Technologien, Daten und Ökosystemen erhalten und welche Kompetenzen sie selbst aufbauen wollen.

Europa ist als Hersteller unterrepräsentiert und als Abnehmer überrepräsentiert. Das ist nicht automatisch eine Schwäche, bedeutet aber: Europas Wertschöpfung wird primär in der Anwendung, der Integration und dem Prozess-Know-how entstehen, nicht in der Maschine selbst. Wer Humanoide als reines Beschaffungsthema behandelt, importiert den Produktivitätsvorteil anderer zum vollen Preis.

Quelle: Horváth Research 2026

Unser Standpunkt

Unser Standpunkt

Die Dark Factory ist keine Frage der Technologie. Sie ist das Ergebnis unternehmerischer Entscheidungen.

Viele Unternehmen fragen sich, wann humanoide Roboter leistungsfähig genug sein werden. Die wichtigere Frage lautet jedoch: Sind Prozesse, Daten und Produkte bereits so aufgestellt, dass sie weitgehend ohne menschliche Eingriffe funktionieren können?

Technologie entwickelt sich schnell. Die organisatorischen und operativen Voraussetzungen entstehen nicht von allein.

Der Weg zur Dark Factory erfolgt schrittweise, nicht auf einen Schlag. :

Die vollständig autonome Fabrik ist kein Zustand, der von heute auf morgen erreicht wird. In der Praxis entstehen unbeaufsichtigte Betriebszeiten zunächst dort, wo Prozesse besonders stabil und standardisiert sind, etwa in der Intralogistik, der Qualitätsprüfung oder bei Verpackungsprozessen.

Unternehmen sollten daher nicht fragen, wann eine gesamte Fabrik autonom läuft. Entscheidend ist, welche Bereiche als Nächstes ohne Eingriffe betrieben werden können und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.

Die eigentliche Herausforderung beginnt lange vor dem Robotereinsatz. :

Bei der Diskussion über autonome Produktion stehen häufig neue Technologien im Mittelpunkt. In vielen Fällen liegen die entscheidenden Hebel jedoch bereits früher im Wertschöpfungsprozess.

Produkte, die für automatisierte Abläufe ausgelegt sind, lassen sich effizienter und robuster fertigen. Häufig entstehen die größten Potenziale daher nicht durch zusätzliche Robotik, sondern durch Produktgestaltung, Standardisierung und Design-for-Automation.

Autonomie ersetzt Menschen nicht. Sie verändert ihre Rolle. :

Mit zunehmender Automatisierung verschieben sich Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Operative Eingriffe werden durch Steuerungs-, Optimierungs- und Überwachungsaufgaben ersetzt. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Datenqualität, Prozessverantwortung und die Steuerung automatisierter Systeme an Bedeutung.

Unternehmen, die Autonomie ausschließlich als Instrument zur Personalreduzierung betrachten, greifen zu kurz. Nachhaltige Effekte entstehen vor allem durch höhere Prozessstabilität und bessere Skalierbarkeit.

Daten werden zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. :

Jedes automatisierte System erzeugt Betriebs- und Lerndaten. Mit jedem Einsatz wächst das Verständnis darüber, wie Prozesse stabiler, effizienter und autonomer gestaltet werden können.

Wer früh Erfahrungen sammelt, baut damit nicht nur technisches Know-how auf, sondern schafft eine Grundlage für weitere Automatisierungsschritte.

Europas Stärke liegt nicht im Bau der Roboter. :

Europa wird im Bereich Robotik und Humanoids voraussichtlich nicht über die größten Produktionsvolumina verfügen. Die eigentliche Stärke vieler europäischer Unternehmen liegt an anderer Stelle: in der Fähigkeit, komplexe Produktionsnetzwerke, Lieferketten und Planungsprozesse über Standorte hinweg zu steuern.

Gerade diese Fähigkeit wird entscheidend sein, wenn autonome Technologien in bestehende Wertschöpfungssysteme integriert werden.

Abwarten ist ebenfalls eine strategische Entscheidung. :

Technologien werden leistungsfähiger und günstiger. Deshalb erscheint es auf den ersten Blick sinnvoll, auf eine höhere Marktreife zu warten.

Wer jedoch erst spät beginnt, verzichtet nicht nur auf mögliche Produktivitätsgewinne. Er verschiebt auch den Aufbau von Kompetenzen, Erfahrungen und Datenbeständen, die künftig über die Geschwindigkeit der Transformation entscheiden können.

Unser Standpunkt in einem Satz:
Der Erfolg der Dark Factory wird nicht durch die Anzahl eingesetzter Roboter bestimmt. Entscheidend sind robuste Prozesse, automatisierungsgerechte Produkte, verlässliche Daten und die Fähigkeit, autonome Abläufe dauerhaft zu steuern.

Die Frage ist nicht mehr, ob autonome Produktion die industrielle Fertigung grundlegend verändern wird, sondern welche Unternehmen als Erste handeln, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Markus Wenzel | Head of Dark Factory Initiative, Horváth

Drei Perspektiven

Drei Perspektiven

Was autonome Produktion für Ihre Branche bedeutet

Die Technologien sind ähnlich. Die Anforderungen, Prioritäten und Anwendungsfälle unterscheiden sich jedoch je nach Branche erheblich.

Viele Industrieunternehmen liefern seit Jahren die Technologien für automatisierte Produkti-on. Gleichzeitig werden Teile der eigenen Fertigung noch immer stark manuell geprägt.

Ralf Sauter | Partner Industrial Goods & High Tech

Unternehmen aus dem Maschinenbau sowie der High-Tech-Industrie nehmen eine besondere Rolle ein. Sie entwickeln und liefern wesentliche Komponenten für automatisierte Produktionssysteme, nutzen diese Potenziale in den eigenen Werken jedoch häufig nur eingeschränkt. Gründe dafür sind meist eine hohe Variantenvielfalt, kleine Losgrößen oder komplexe Engineering-to-Order-Prozesse.

Genau hier verändern neue Technologien die Ausgangslage. Adaptive KI-Systeme und humanoide Robotik ermöglichen zunehmend die Automatisierung von Tätigkeiten, die bisher als zu variantenreich oder zu komplex galten. Dadurch verschiebt sich die Wirtschaftlichkeitsgrenze. Automatisierung wird weniger zu einer Frage der Stückzahl und stärker zu einer Frage der technologischen und organisatorischen Fähigkeiten eines Unternehmens.

Damit entstehen neue Potenziale nicht nur für große Hersteller, sondern auch für viele mittelständische Industrieunternehmen.

Unsere Empfehlung: Bewerten Sie zunächst, wie gut Ihr Produktportfolio für automatisierte Fertigungsprozesse geeignet ist. In vielen Fällen liegt die größte Herausforderung nicht in der verfügbaren Technologie, sondern in den Produkten und Prozessen selbst.

Jeder manuelle Sonderweg, der heute einen Prozess am Laufen hält, kann morgen zum Hindernis für die Automatisierung werden. Deshalb bleibt Standardisierung die wichtigste Grundlage.

Markus Wenzel | Partner Operations & Production Planning

In vielen Werken funktionieren Prozesse nur deshalb reibungslos, weil erfahrene Mitarbeitende täglich kleinere Probleme ausgleichen: Sie korrigieren Planungen, reagieren auf Abweichungen oder schließen Datenlücken. Solange Menschen diese Aufgaben übernehmen, bleiben Schwachstellen oft verborgen.

Autonome Produktionsprozesse machen diese Defizite sichtbar. Fehlende Standards, unzureichende Stammdaten oder instabile Abläufe führen unmittelbar zu Unterbrechungen. Deshalb sind Themen wie Stammdatenqualität, realistische Arbeitspläne, vorausschauende Instandhaltung und belastbare Planungslogiken zentrale Voraussetzungen auf dem Weg zur Dark Factory.

Die gute Nachricht: Viele dieser Maßnahmen zahlen sich unabhängig von einer späteren Automatisierung aus. Unternehmen verbessern damit bereits heute Transparenz, Effizienz und Prozessstabilität.

Unsere Empfehlung: Ermitteln Sie zunächst, welcher Anteil Ihrer Produktionszeit heute bereits ohne manuelle Eingriffe auskommt. Diese Kennzahl liefert oft einen realistischeren Ausgangspunkt als jede Technologiediskussion.

Automobilhersteller und Zulieferer stehen unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Die Unter-schiede in Produktivität und Kosten entstehen nicht erst in den kommenden Jahren, son-dern bereits heute in den Werken.

Andreas Brauchle | Partner Automotive

Kostensteigerungen, volatile Märkte und internationale Wettbewerber erhöhen den Druck auf die europäische Automobilindustrie. Autonome Produktionskonzepte gehören zu den wenigen Hebeln, die mehrere Herausforderungen gleichzeitig adressieren können: Sie senken Stückkosten, erhöhen die Flexibilität in der Produktion und verbessern die Skalierbarkeit von Kapazitäten.

Die Voraussetzungen in der Automobilindustrie sind allerdings besonders anspruchsvoll. Sicherheitskritische Produkte, hohe Qualitätsanforderungen, vollständige Rückverfolgbarkeit und bestehende Brownfield-Strukturen begrenzen die Geschwindigkeit der Transformation. Deshalb wird die Dark Factory nicht mit vollständig autonomen Werken beginnen. Die ersten Anwendungsfelder liegen vor allem in Logistik, Intralogistik, Qualitätsprüfung und Teilmontagen. Gerade Zulieferer werden die Auswirkungen dieses Wettbewerbs am schnellsten spüren.

Unsere Empfehlung: Betrachten Sie das Potenzial autonomer Produktionsprozesse über Ihr gesamtes Produktions- und Lieferantennetzwerk hinweg. Die größten Effekte entstehen selten in einem einzelnen Werk, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Marktentwicklungen

Marktentwicklungen

Vier Entwicklungen, die den Markt aktuell prägen

Das Muster hinter diesen Entwicklungen

Technologie, Geschäftsmodelle, Produktionskapazitäten und Daten entwickeln sich gleichzeitig weiter.

Die Dynamik des Marktes wird nicht von einem einzelnen Trend bestimmt. Produktionskapazitäten wachsen, neue Geschäftsmodelle entstehen und zugleich gewinnen Daten als Wettbewerbsfaktor an Bedeutung. Unternehmen, die bereits heute praktische Erfahrungen sammeln, können daraus langfristige Vorteile beim Aufbau autonomer Produktionssysteme entwickeln.

Studie

Studie

Horváth Study : Humanoid Robotics Research 2026

Die Studie analysiert 218 Unternehmen aus dem Bereich humanoider Robotik weltweit. Untersucht werden unter anderem Unternehmensstandorte, Finanzierungsmodelle, Marktpositionen, technologische Reifegrade und aktuelle Entwicklungsschwerpunkte.

Darüber hinaus beleuchtet die Studie, in welchen Bereichen der Wertschöpfung wir zukünftig die größten Marktpotenziale erwarten und welche aktuellen Markttrends aus unserer Sicht überschätzt werden.

 

Studie anfordern

Kontakt

Media Center