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Rezession fordert Controller

Controller müssen in der Krise flexibles Reporting leisten und Innovationspartner werden. So lautet das Fazit des 23. Stuttgarter Controller-Forums.

„CONTROLLING als Chance in der Rezession“ lautete das Thema des Eröffnungsvortrags von Kongressleiter Prof. Dr. Dr. h.c. mult.  Péter Horváth, Aufsichtsratsvorsitzender des Consultinghauses Horváth AG. Angesichts der Krisenanfälligkeit der Wirtschaft sei die Früherkennung von Chancen und Risiken der Startpunkt des Reporting und der Steuerung. Schnelligkeit rangiere dabei vor Genauigkeit, daher seien Standardisierung und IT-Unterstützung unerlässlich. Steigende Bedeutung käme nicht-finanziellen Steuerungsgrößen zu, da sie schneller reagieren als die Kennzahlen des Rechnungswesens.
„Controller sind keineswegs der natürliche Feind von Innovationen, sondern können Transparenz in den Erneuerungsprozess bringen“, argumentiert Dr. h.c. Klaus Schmidt, Vorstandsvorsitzender des Technikdienstleisters DEKRA e.V./AG, im ersten von insgesamt 28 Vorträgen. Innovation sei nicht planbar, aber das Controlling könne die ökonomischen Auswirkungen abschätzen und steuern. Als Beispiel  für eine nicht-finanzielle Kennzahl nennt Schmidt die Forderung, dass bei DEKRA ein Drittel aller Dienstleistungen jünger als fünf Jahre sein soll.
„Die finanzielle und die betriebswirtschaftliche Steuerung eines Unternehmens müssen gleichgewichtig im Einklang stehen“, fordert Dr. Peter Zattler, Mitglied der Geschäftsführung und CFO des Technikdienstleisters Giesecke & Devrient GmbH. Der Controller müsse an erster Stelle dafür sorgen, dass das Unternehmen genügend Cash und eine  ausreichende Kreditlinie habe. Er gewährleiste die finanzielle Unabhängigkeit des Unternehmens und sorge dafür, dass sich das Wachstum vorrangig aus eigenem Cashflow finanzieren lasse. Nur so könne der Einfluss der Banken auf die Betriebssteuerung reduziert werden.
Erstmals im Rahmen des Forums wurde der mit 25 000 Euro dotierte Controllingpreis der Péter Horváth-Stiftung für die beste wissenschaftliche Arbeit zum anwendungsorientierten Controlling verliehen. Preisträger ist Jun.-Prof. Dr. Matthias Mahlendorf von der Otto Beisheim School of Management aus Vallendar, dessen Dissertation sich mit der „Eskalation des Commitments bei scheiternden Projekten“ beschäftigt. Konkret geht es in der empirischen Arbeit um die Frage, warum nicht erfolgversprechende Projekte wider bessere Einsicht oft zu spät oder gar nicht aufgegeben werden. „Unternehmen sollten im Projektverlauf ständig Annahmen und Motive hinterfragen“, empfiehlt Mahlendorf. „Wenn das Ende eines Projekts für die  Akteure mit einem hohen Statusverlust verbunden ist, werden diese tendenziell daran festhalten, auch wenn sich ein Scheitern längst abzeichnet.“ jf

Erschienen in: is report 11/2009, 13. Jahrgang

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