"Science" und "Art" im Controlling
Nach vielen Diskussionen über Methoden und Tools stelle sich für das Controlling immer auch die Frage nach seinem Erfolg, begrüßte Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth die rund 350 Teilnehmer auf dem 21. Stuttgarter Controller-Forum.
Dr. Ulrich Spieshofer, Mitglied des Executive Committee im ABB-Konzern mit Verantwortung für Corporate Development, konnte das Versagen des Controlling aus seiner Sicht klar belegen. Bei der Übernahme seiner Position wurde ihm vom Chief Executive Officer die Verantwortung für alle 220 Produktionsstätten im Konzern und ein Einkaufsvolumen von rund sechs Milliarden US-Dollar übertragen. Er zählte dann über 500 Fabriken und über zwölf Milliarden Dollar Einkaufsvolumen. Nach dem radikalen Strategiewechsel und dem Konzernumbau bei ABB liefere das Controlling heute wieder die notwendigen Zahlen und auch führungsrelevante Informationen. Ersteres bezeichnete er als „Science“, letzteres als „Art“. Spieshofer erwartet vom Controlling auch eine Antwort auf die Frage, wo im Konzern der eine, zusätzliche Dollar am sinnvollsten zu investieren sei.
Welche Vorarbeiten das Controlling bei SAP geleistet habe, um den Geschäftsplan für die neue Produktlinie SAP Business ByDesign zu erstellen, zeigte Dr. Werner Brandt, Finanzvorstand in Walldorf. Über ein halbes Jahr habe das Strategische Controlling modelliert und analysiert. Die Resultate seien Bestandteil der rollierenden Drei-Jahresplanung im Konzern geworden, die wiederum auch die Basis für die Informationen an den Kapitalmarkt darstelle. Eine klare Absage erteilte Brandt dem Konzept von Beyond Budgeting. „Die Steuerung eines Unternehmens gelingt nur über klare Ziele, dazu gehören auch Finanzziele“, sagte der Finanzvorstand.
Erschienen in: is report 10/2007, 11. Jahrgang
Autor: Dietmar Köthner